13. Juli 2020
Die Zeit vor dem Laptop könnt ihr am besten mit einem Onlinekurs verbringen. (Photo by Bench Accounting on Unsplash)

Mit Online-Weiterbildungen gegen die Langeweile in der Corona-Zeit

Das Fitnessstudio hat geschlossen, Discos und Bars natürlich auch. Bei Netflix und Co. sind alle interessanten Serien angeschaut. Alle Rezepte, die ihr schon immer einmal kochen wolltet, sind ausprobiert. Was jetzt? Wie wäre es mit einer Weiterbildung? Vieles kann man online machen. Und einige spannende Angebote sind sogar gratis.

Wer sich für einen Online-Kurs entscheidet, bringt Struktur in den Tag und verschafft sich langfristig vielleicht auch einen beruflichen Vorteil. Neu erlernte Fähigkeiten machen sich in jedem Lebenslauf gut. Es gibt Online-Kurse, die direkt für den Job nützlich sind. Oder man entscheidet sich für die Vertiefung eines Hobbys.

Auf dem Markt gibt es einige etablierte und grosse Anbieter, vor allem englischsprachige. Besonders Online-Kurse von Universitäten sind sehr beliebt. Die sogenannten MOOC – kurz für «Massiv Open Online Kurs» – werden von Unis aus der ganzen Welt angeboten. Zum Teil auf deren eigenen Plattformen, zum Teil aber auch auf übergreifenden Plattformen, die viele verschiedene Kursangebote bündeln.

Zu den bekanntesten Plattformen gehören:

Coursera: Tausende Angebote renommierter Universitäten

Die Plattform aus den USA vermittelt Kurse zwischen Teilnehmern und Anbietern wie Universitäten. Die Coursera-Partneruniversitäten erstellen die Inhalte selbst. Auf Coursera (hier der Link zum Angebot) werden die Kurse verwaltet und gestreamt. Die Teilnahme an den Kursen ist oft kostenlos, lediglich für die Ausstellung eines Zertifikats wird eine Gebühr verlangt. Alternativ kann für derzeit 399 US-Dollar Jahresgebühr eine Flatrate gekauft werden. Das Angebot der Kurse ist breit gefächert und reicht von Chinesisch- und Englisch-Kursen über Einführung in Krypto-Währungen bis hin zur Verbindung von Buddhismus und moderner Psychologie. Es gibt derzeit über 3’000 Kurse im Angebot.

Coursera hat in einer ausführlichen Analyse von Review.com unter einer Reihe von Anbietern von Online-Kursprogrammen am besten abgeschnitten. Besonders die breite Angebotspalette und die vielfältigen Möglichkeiten an den Kursen teilzunehmen, hat die Tester überzeugt. Hier kann die Analyse nachgelesen werden.

Udemy: kostenlose Kurse wegen Corona

Die Online-Plattform hat wegen der Corona-Krise derzeit 534 Kurse kostenlos im Angebot (hier der Link zur Übersicht aller Kurse). Besonders interessant sind hier die Kurse, bei denen man sich einige grundlegende digitale Fähigkeiten aneignen kann. Wer also schon immer einmal die Grundlagen einer Programmiersprache lernen, 3D-Animationen erstellen oder WordPress verstehen wollte, hat jetzt die beste Gelegenheit dazu. Aber auch wenn ihr weniger technisch interessiert seid, findet ihr bei Udemy interessante Angebote. So gibt es Videokurse für Yoga, Anleitungen zum veganen Kochen, zum Erlernen von Kampfkunst, ein Tutorial, wie man als Chaot Ordnung lernt oder auch ein Video-Tutorial, wie man sich selbst einen Militär-Kurzhaarschnitt verpasst. Vielleicht bewahrt diese 33-minütige Lektion (Kostenpunkt: 10,99 US-Dollar) manchen Mann vor der Verzottelung.

edX: Mit Harvard und MIT im Rücken

Bei edX handelt es sich um ein nicht an Profit orientiertes Angebot von Online-Lernprogrammen. Die Plattform wurde 2012 von der renommierten Harvard-Universität und dem Massachusetts Institute of Technology gegründet. Die Kurse bei edX bestehen aus Videoinhalten und Übungen. Im Verlauf der Kurse absolvieren die Teilnehmer mehrere Tests, können das Lerntempo aber selbst bestimmen. Auch bei edX gibt es Zertifikate, die die erfolgreiche Teilnahme an den Kursen bescheinigen, gegen Gebühr. Inhaltlich könnt ihr bei edX aus vielen hundert Kursen auswählen – von Architektur über Chemie, Kommunikation und Geschichte bis hin zu Sprachen, Mathematik und Musik. Hier geht es zur Übersicht aller Kurse von edX. Insgesamt stehen über 3’000 Kurse zur Auswahl, davon widmen sich fast 700 dem Themengebiet «Computer Science». Die Gebühren für Zertifikate bewegen sich auf edX zwischen 50 und 200 US-Dollar.

oncampus: 100 Kurse in Deutsch kostenlos

Noch bis zum 13. Mai bietet oncampus, die Digital-Lernplattform der Technischen Hochschule Lübeck, 100 Selbstlernkurse in deutscher Sprache gratis an (hier geht es zur Übersicht). Diese kosten normalerweise zwischen 50 und 100 Euro. Wer sich seinen Lebenslauf mit einem Zertifikat zu SEO, Projektmanagment oder Zeitmanagement aufmöbeln will, findet unter den Angeboten das passende. Mit dem Code «elearning» entfällt beim Buchen die Gebühr.

Kurse von Schweizer Universitäten und Hochschulen

Für alle Interessenten offene Online-Kurse bieten auch die Schweizer Universitäten an. So hat die Universität Zürich (UZH) derzeit zum Beispiel sieben MOOC online (hier die Übersicht). Interessant könnte vor dem Hintergrund der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten hier besonders der Kurs «Das liebe Geld – Finance im Alltag» sein. In sechs Lektionen (hier geht es zum Kursplan) könnt ihr mit einem Aufwand von zwei bis vier Stunden euer Wissen über finanzielle und wirtschaftliche Zusammenhänge erweitern.

Die ETH Zürich bietet derzeit ein gutes Dutzend MOOC an. Deren Kurse können entweder auf der Plattform edX absolviert werden (siehe oben; hier zur Übersicht). Oder ihr nutzt die Seite der ETH selbst. Ebenfalls mit zwei Kursen vertreten ist die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bei edX. Hier geht es zu deren Kursen.

An der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) gibt es derzeit einen MOOC. 3’700 Teilnehmer hatte die «Einführung in die Arbeitspsychologie» laut Angaben der FHNW. Dieser Kurs (hier weiterführende Informationen dazu) dauert 10 Wochen und ist auch für Anfänger geeignet. Angesprochen sind Mitarbeiter in Personalabteilungen.

Den bislang umfangreichsten Katalog an MOOC bietet die ETH Lausanne. An der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) stehen mehrere Dutzend Online-Kurse im Katalog zur Verfügung. Hier geht es zur Übersicht.

Die Universität Genf hat ihr MOOC-Angebot bei Coursera zur Verfügung gestellt. 33 Kurse sind derzeit dort gelistet. Hier geht es zur Übersicht.

Allgemeine Tipps für eine Online-Weiterbildung

  • Natürlich klingt es verlockend, einen kostenlosen Online-Kurs zu machen. Doch überlegt euch, ob ihr den Biss habt, durchzuhalten. Immerhin laufen die Kurse oft über mehrere Wochen – und damit vielleicht auch über die Zeit der Corona-Einschränkungen hinaus.
  • Sucht euch ein Thema, für das ihr euch wirklich interessiert und begeistern könnt! Dann fällt das Dranbleiben leichter.
  • Sucht euch Verbündete für euer Vorhaben. Vielleicht habt ihr einen Kollegen, der ähnliche Interessen habt und mit dem ihr einen Kurs gemeinsam machen könnt. So bleibt ihr gemeinsam am Ball und könnt euch aus Motivationstiefs ziehen.
  • Unterschätzt den Zeitaufwand nicht! Einige Stunden pro Woche solltet ihr dem Thema widmen, wenn ihr ein Zertifikat erreichen wollt.

Martin Jungfer

Martin hat die Homeoffice-Phase genutzt, um einige Gadgets anzuschaffen, die er ohnehin schon länger im Blick hatte. Er interessiert darüber hinaus für die Medien-Landschaft, Telekommunikation, Onlinehandel und Nachhaltigkeit. Er ist Content Innovation Manager bei Comparis.

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