29. Oktober 2020

Lohnt es sich, jetzt online Lebensmittel zu bestellen?

Einkaufen während Corona – eine weitere Herausforderung, die uns dieses Virus beschert hat. Viele Läden bieten zwar Onlineshops an, aber lohnt sich das wirklich? Comparis hat die Vor- und Nachteile von Lebensmittel online bestellen angeschaut.

Die Corona-Krise stellt uns täglich vor weitere Schwierigkeiten: Soziale Kontakte pflegen, Sport treiben, Homeoffice, aber auch Nahrung beschaffen und Einkaufen ist plötzlich umständlich geworden. Glücklicherweise kannst du die meisten Sachen online erledigen, auch das Einkaufen von Lebensmitteln. Doch lohnt es sich wirklich, Lebensmittel online zu bestellen oder gibt man so nur unnötig Geld aus? Zumal sogar der Bundesrat gesagt hat, dass man weiterhin zum Einkaufen vor die Türe darf. Der Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn hat sich mit dem Thema befasst und die Vor- und Nachteile abgewogen. 

Den Radiobeitrag von Energy mit Comparis-Experte Michael Kuhn kannst du dir hier anhören: 

Neues entdecken

Für das Einkaufen in einem realen Laden spricht ganz klar, dass man unterwegs doch immerhin ein bisschen frische Luft schnappt. Michael Kuhn meint: «Auch während Corona ist Einkaufen vor Ort ein Erlebnis. Ist man im Laden, entdeckt man eher ein Produkt, das man vielleicht sonst gar nicht gesehen hätte, weil man nicht danach gesucht hat.» Gerade wenn du nicht so genau weisst, was du Kochen willst, oder auf was du Lust hast, bietet ein Laden natürlich viel Inspiration. Es ist einfacher Aktionen im Überblick zu behalten und etwas Neues auszuprobieren. 

Der Einkauf vor Ort inspiriert dich vielleicht zu etwas anderem als nur Wc-Papier.

Ein weiteren Vorteil sieht Kuhn darin, dass man so lokalen Läden wie etwa dem Dorfbäcker oder dem Metzger hilft: «Gerade zu dieser Zeit macht es nämlich Sinn, die kleinen Läden auch zu unterstützen.»

👉🏽 Tipps zur Unterstützung von kleinen Läden findest du hier.

Dazu kommt, dass das Einkaufen vor Ort doch immerhin einen minimalen sozialen Austausch erfordert. Gerade wenn man alleine lebt, kommt es schon vor, dass «Grüezi» – «Hend Sie e Cumulus-Charte» – «Ade Messi» das einzige reale Gespräch ist, das man an diesem Tag geführt hat.

Distanz einhalten

Gegen das Einkaufen vor Ort spricht natürlich, dass man möglicherweise in Kontakt kommt mit anderen Leuten, der Sicherheitsabstand nicht in jedem Fall gewährleistet ist und wie Michael Kuhn sagt: «Man muss manchmal auch noch in einer Schlange vor dem Laden anstehen, bevor man überhaupt einkaufen kann.» Kuhn empfiehlt deshalb: «Wenn du unbedingt vor Ort einkaufen willst, dann achte dich darauf, dass du das zu einer Zeit machst, wo nicht die meisten Menschen im Laden sind.» Zum Beispiel Samstag oder auch am Freitagabend. 

Auf Google Maps kannst du übrigens deinen Standard-Lebensmittelhändler suchen und in der Übersicht findest du eine Anzeige der Stosszeiten – dort siehst du, wann sich besonders viele Menschen im Laden befinden und wann eher weniger. So kannst du deine Einkäufe auf die Zeiten planen, an denen es weniger Menschen hat. 

Schlange stehen muss nicht sein.

Kuhn weist darauf hin, dass es auch Menschen gibt, vor allem ältere Generationen, die gar nicht online einkaufen können, weil sie nicht verstehen wie das geht. Entsprechend würdest du mit deiner Abwesenheit im Laden wiederum den Personen helfen, die physisch einkaufen müssen. 

Ein weiterer Nachteil ist der Preis: Viele Lebensmittelhändler erwarten einen Mindestbetrag, bevor sie liefern. Zudem kann es wegen Corona zu Lieferverzögerungen kommen, da die meisten Liefertermine bereits ausgebucht sind. 

Solidarität zeigen

Die Pro Senectute und die Migros bieten für Risikogruppen eine kostenlose Heimlieferung an – besonders gut ist daran, dass du auch für deine Eltern oder deine Grosseltern eine Bestellung aufgeben kannst, falls sie nicht so begabte Internetnutzer sind wie du. Auch Coop bietet zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz einen kostenlosen Heimlieferdienst an für Personen über 65. Bestellen kann man via Bestellformular oder telefonisch. 

In diesem Artikel findest du übrigens weitere Tipps rund ums Helfen und Hilfe bekommen.

Kuhn rät, wenn man sich Lebensmittel liefern lässt, nicht nur die grossen Verteiler anzuschauen, sondern eben lokale Anbieter: «Viele kleine Läden bieten innerhalb der Region auch einen online Versand an und bringen es den Leuten auch gleich vor die Haustür.» 

Zur Unterstützung der kleinen Läden, hat der Comparis-Finanzexperte noch einen weiteren Tipp: «Wegen Pandemie macht es Sinn, sich einen Gutschein zu kaufen, für einen Laden, wo man vielleicht nicht gerade jetzt etwas davon braucht. So verspricht man quasi, dass man später für 50 Franken dort einkaufen wird – das hilft den lokalen Läden.»

Alexandra Gygax

Als digital Native weiss Alexandra, welche Online-Angebote du zu Zeiten von Corona und «social distancing» auf keinen Fall verpassen solltest. Alexandra ist Content und Community Managerin bei Comparis.

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