13. Juli 2020

Die Kurzarbeit in Kürze – für Lehrlinge und Studenten

Du bist in der Lehre und dein Betrieb muss wegen Corona Kurzarbeit machen? Oder du bist Student und arbeitest im Stundenlohn? Wir beantworten dir alle Fragen zur Kurzarbeit: Was Kurzarbeit ist, wie du sie beantragst und was mit deinem Lohn passiert. 

Kurzarbeit heisst: Deine Arbeitszeit, die im Arbeitsvertrag steht, wird vorübergehend vom Arbeitgeber verkürzt. Dies passiert, wenn der Arbeitgeber Umsatz verliert – zum Beispiel weil er Kunden nicht mehr bedienen darf oder weil die Kunden nicht mehr kommen, wie das jetzt in der Corona-Krise der Fall ist. Mit der Kurzarbeit wird verhindert, dass der Arbeitgeber Leute entlässt, die er nach der Krise wieder neu suchen und einstellen muss.

Für dich heisst das, dass du weniger arbeiten musst, aber auch, dass du etwas weniger Lohn bekommst. Ausser dein Arbeitgeber will die Differenz freiwillig ausgleichen. Und jetzt wird es kompliziert:

Dein Chef verkürzt z.B. deine Arbeitszeit von 100 auf 50 Prozent. Deine geleisteten 50% zahlt dir dein Arbeitgeber, während nun die kantonalen Arbeitslosenkassen maximal 80% der verbleibenden 50% übernehmen.* Du bekommst am Ende des Monats ungefähr 90 Prozent deines ursprünglichen Lohnes. Wie hoch dein Lohn genau ist, je nachdem wie dein Kurzarbeitspensum ist, findest du mit unserem Kurzarbeits-Lohnrechner heraus.

Also: Die kantonalen Arbeitslosenkassen übernehmen 80 Prozent des durch den Arbeitsausfall verlorenen Lohns. Wenn du später dennoch arbeitslos werden solltest – was wir nicht hoffen – dann wird dir aber das allfällige Arbeitslosentaggeld auf Basis deines alten, normalen Lohns berechnet. Ebenfalls hat die Kurzarbeit keinen Einfluss auf die Beiträge an die Sozialversicherungen.Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge der Sozialleistungen, also AHV, IV, EO und ALV, werden weiterhin auf der Basis deines ursprünglichen Lohns bezahlt. Auch die Beiträge an die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) bleiben in unveränderter Höhe bestehen.

Auch für Lehrlinge und Stundenlöhner

Seit dem 20. März hat der Bundesrat zur Abfederung der ausserordentlichen Situation die Kurzarbeitsentschädigung erweitert: Betriebe sollen für Lehrlinge Kurzarbeit anmelden können, damit sie nicht die Lehrstelle verlieren. Auch Angestellte mit befristeten Verträgen oder Verträgen im Stundenlohn sollen nun davon profitieren. 

Neu musst du übrigens auch nicht mehr zuerst deine Überstunden abbauen, bevor du von der Kurzarbeitsentschädigung profitierst. 

Vorgehen

Um Kurzarbeit bewilligt zu bekommen, musst du als Angestellter fast nichts machen – ausser deinem Chef diesen Artikel schicken, falls er nicht weiss, wie das mit der Kurzarbeit funktioniert 😉. Die Bewilligung zur Kurzarbeit muss nämlich vom Arbeitgeber bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) beantragt werden. Das Vorgehen erfolgt in 3 Schritten:

  1. Dein Arbeitgeber holt sich die schriftliche Zustimmung der Mitarbeitenden zur Kurzarbeit ein. Hier ist das entsprechende Formular. Hast du das unterschrieben, ist dein Teil erledigt.
  2. Dann reicht dein Arbeitgeber das Gesuch auf Kurzarbeit bei der jeweiligen kantonalen Amtsstelle (KAST) ein. Dafür ist eine Voranmeldung nötig. Diese kann telefonisch erfolgen und muss dann schriftlich bestätigt werden oder mit Hilfe des ausschliesslich für Anträge im Zusammenhang mit COVID-19 vorgesehenen Formulars für Kurzarbeit.
  3. Liegt die Bewilligung durch die KAST vor, kann der Anspruch auf Kurzarbeit bei der entsprechenden Arbeitslosenkasse durch das Formular Antrag und Abrechnung Kurzarbeitsentschädigung geltend gemacht werden. Dein Arbeitgeber bekommt von der Arbeitslosenversicherung die Kurzarbeitsentschädigung. Du bekommst deinen neuen Lohn weiterhin vom Arbeitgeber per Ende Monat. 

Weitere Anlaufstellen

Es gibt Menschen, für die 90 Prozent des ursprünglichen Lohnes zu wenig ist. Wenn du oder deine Familie finanziell nicht mehr über die Runden kommen, dann bieten dir Caritas, das Schweizerische Rote Kreuz, die Pro Senectute und das Schweizerische Arbeitshilfwerk eine Soforthilfe an. Melde dich bei dem Regionalbüro einer dieser Organisationen, dort hilft man dir weiter. Auch das Sozialamt deiner Wohngemeinde kann helfen.

Wenn du selber helfen willst: All diese Organisationen werden von der Glückskette unterstützt, die gerade Spenden für alle Menschen sammelt, die an den gesundheitlichen, sozialen oder wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona leiden. Du kannst auch an unserem Gewinnspiel teilnehmen, Comparis spendet pro Teilnehmer einen Franken an die Glückskette. 

Alexandra Gygax

Als digital Native weiss Alexandra, welche Online-Angebote du zu Zeiten von Corona und «social distancing» auf keinen Fall verpassen solltest. Alexandra ist Content und Community Managerin bei Comparis.

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