29. Oktober 2020

10 Dinge, die ich während der Corona-Zeit gelernt habe

Die letzten Monate waren hart. Egal ob du weiterhin zur Arbeit musstest oder zuhause im Homeoffice warst, egal ob Risikogruppe oder nicht – das Coronavirus hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Und doch gibt es (mindestens) 10 Dinge, die meine Co-Autorinnen und ich während dieser Zeit gelernt haben. 

Die Lockerungen des Bundesrates sind vielversprechend – nach zwei Monaten Ausnahmesituation dürfen wir wieder in Restaurants und unseren Balkon mit Blumen schmücken. Natürlich müssen wir weiterhin die Hände regelmässig waschen und Sicherheitsabstände einhalten. Diese Vorsichtsmassnahmen sollen erhalten bleiben. Und obwohl ich froh bin, dass endlich etwas Normalität einkehrt, so gibt es doch ein paar Dinge, die ich auch nach der Zeit zuhause und nach dem Lockdown beibehalten möchte. 

1. Was brauche ich?

Sicher nicht 1000 Packungen WC-Papier. Mit dem Lockdown stand die Post kopf, da plötzlich alle auf den Onlinehandel umstiegen. Lebensmittelläden mussten versichern, dass Hamsterkäufe nicht nötig seien. Auch ich stellte mir die Frage: Was brauche ich eigentlich? Und noch wichtiger: Was macht mich glücklich? Ich habe gelernt, wieder etwas mehr in mich zu gehen und auf meinem Körper zu hören und einfach nur das zu tun, was mich zufrieden macht. Wenn ich dann zum hundertsten Mal «Friends» schaue oder mir 10 Liter Eistee kaufe (war Aktion!), dann ist das in Ordnung.

2. Sport tut gut

Mir ist es oft so vorgekommen, als würde mir die Decke auf den Kopf fallen, als sei ich eingesperrt in meinen vier Wänden, als bewege ich mich nicht genug (was ich ja auch nicht getan habe, sind wir ehrlich). Deshalb musste ich mich sehr rational überreden, Sport zu treiben, um Glückshormone freizusetzen. Also bin ich losgerannt. Rennen hat für mich die befreiende Wirkung, dass ich doch für eine Stunde das Gefühl habe, vor meinen Ängsten, Sorgen und der Welt weglaufen zu können. Für die Entspannung habe ich Yoga zuhause gemacht und um mich auszupowern sogar ab und zu Kraftraining. Dazu gab es viele Online-Angebote, von denen ich profitieren konnte. 

Etwa so renne ich.

3. Den Moment geniessen

Das hat Carmen Müller gelernt:

«Ich habe gemerkt, dass ich vor allem kleine Dinge, wie ein Treffen mit Freunden oder eine Umarmung von einer geliebten Person, wahnsinnig vermisse. Darauf freue ich mich jetzt schon und werde es zukünftig mehr wertschätzen und den Moment geniessen.»

4. Me before you

Eine weitere Lektion, die mir während Corona besonders eingefahren ist, ist, dass ich selbst bei mir an oberster Stelle stehen sollte. Damit will ich keineswegs Egoismus oder das Kaufen von 1000 WC-Papier Rollen rechtfertigen. Die eigene mentale und körperliche Gesundheit ist für jede Person am wichtigsten. Gerade die Pflege der mentalen Gesundheit spielte im Lockdown eine grosse Rolle. Und wenn ich zu einer Handlung oder in eine Situation gedrängt werde, bei der ich weiss, dass sie mir nicht guttun wird, ist es mein gutes Recht einfach Nein zu sagen.

5. Das Internet ist dein Freund

Ich bin ja ein Internetfan. Daran hat sich in den letzten paar Monaten auch nichts geändert. Wir sind digital unglaublich gut vernetzt und auch wenn es manchmal fast ein bisschen zu viel ist, so war es doch in der Corona-Zeit sehr praktisch. Neben den Online-Spieleabenden, die ich mit meinen Freunden veranstalte und die mich des Öfteren zum Weinen vor Lachen bringen, bin ich auch begeistert, wie schnell sich Solidaritätsseiten entwickelt haben, um Läden zu unterstützen. Hier eine Auswahl der tollen Sachen, die wir im Internet entdeckt haben: 

6. «Homeoffice – nicht so schlimm wie gedacht»

Das hat Natascha Schläpfer gelernt:

«Vor Corona habe ich jeweils einen Tag im Homeoffice gearbeitet. Als wir dann kollektiv nur noch von zuhause arbeiteten, wusste ich nicht, ob das auf die Länge gut geht – Stichwort Kommunikation, Koordination und Produktivität. Jetzt, etwas mehr als sieben Wochen später, bin ich eines Besseren belehrt. Dank der vielen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten klappt das mit dem Zusammenarbeiten ganz gut, auch wenn jeder bei sich daheim vor dem Laptop sitzt. Ausserdem bedeutet Homeoffice keine vollgestopften Pendlerzüge, mehr Schlaf und öftere Schmuseeinheiten mit der Katze. Ich freue mich zwar darauf, wieder mit jemanden direkt zu plaudern und einen Kaffee zu trinken, doch schlussendlich muss ich für mich sagen, ist Homeoffice gar keine so schlechte Sache.»

7. Sich umgeben mit Lieblingsmenschen

Mir ist aufgefallen, dass ich meine Energie nicht mehr für Menschen aufbrauchen mag, die mich nicht glücklich machen. Irgendwie ist mir eingefahren, dass Zeit kostbar ist und ich deshalb besser darauf achtgeben muss, wem ich meine Zeit schenken will. Gleichzeitig habe ich realisiert, dass ich bereits ganz wunderbare Menschen in meinem Umfeld habe. Freunde und Familienmitglieder, die sich meine Anrufe und Sprachnachrichten angehört haben und mit einer Engelsgeduld meine WhatsApp-Romane mitverfolgt haben. Menschen, bei denen mich schon die virtuelle Anwesenheit glücklich macht und bei denen ich es kaum erwarten kann, sie wieder in die Arme zu schliessen. 

8. Telefonieren ist gar nicht so schlimm 

Ich bin ein Millennial und wir Millennials haben ein sehr grosses Problem: Wir telefonieren nicht gerne. Lieber verschicken wir tausend Mails oder gehen persönlich vorbei, bevor wir den grünen Hörer drücken. Aber das ging ja nicht. Für die Rückerstattung meiner Reise, die Essensbestellung, den Austausch mit Arbeitskollegen und natürlich auch das Gespräch mit Lieblingsmenschen habe ich doch öfters ein Telefonat führen müssen und kann jetzt sagen: So schlimm ist es nicht. Telefonieren hilft gegen Einsamkeit, es ist doch eine Art persönlicher Austausch, und: Sogar an der Service-Hotline sitzen nur normale Menschen, die alle Ohren voll zu tun haben und sich bei jedem Klingeln fürchten, dass jemand mit ihnen schimpft (bitte tu das nicht). 

9. Reisen ist nicht selbstverständlich

Das hat Elena Wetli gelernt:

«In den Zug oder das Flugzeug einsteigen und fremde Luft schnuppern: Mit geschlossenen Grenzen ist das nicht möglich. Durch die Corona-Krise ist mir klar geworden, dass Reisen – vor allem so, wie ich es kennengelernt habe mit meinen 25 Jahren – nicht selbstverständlich ist. Jetzt bin ich schon froh, wenn ich für einen Spaziergang etwas weiter weg fahre.»

10. Auch das wird vorübergehen

Ein guter Freund hat mir das vor ein paar Jahren auf einen Zettel geschrieben und gesagt, wenn ich traurig sei oder nicht weiter wisse, solle ich einfach an diesen Satz denken. Seit geraumer Zeit geistert mir deshalb dieser eine Satz im Kopf herum. Die letzten zwei Monate waren für uns Menschen auf der ganzen Welt eine Herausforderung. Die nächsten Wochen diszipliniert zu bleiben, eine noch grössere. Und doch bleibt die Zukunft ungewiss, niemand weiss, wie lange die Corona-Krise noch anhält. Wir werden alle einen neuen Normalzustand finden müssen, das wiederum beunruhigt mich. Umso mehr treibt es mich an, wenn ich weiss: Auch Corona und all das damit verbundene Schlimme ist irgendwann vorbei. 

Was nimmst du mit aus der Corona-Zeit? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 👇🏽

Alexandra Gygax

Als digital Native weiss Alexandra, welche Online-Angebote du zu Zeiten von Corona und «social distancing» auf keinen Fall verpassen solltest. Alexandra ist Content und Community Managerin bei Comparis.

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